Spritzguss neu gedacht: Datenbasierte Prozessoptimierung bei KOMOS

Im Pro­jekt Spritz­guss Digi­tal arbei­tet KOMOS gemein­sam mit Part­nern aus For­schung und Indus­trie an der nächs­ten Ent­wick­lungs­stu­fe des Kunst­stoff­spritz­gus­ses: einer daten­ba­sier­ten, vor­aus­schau­en­den und res­sour­cen­scho­nen­den Pro­duk­ti­on.

Ziel: Der digitale Prozesszwilling

Im Zen­trum des Pro­jekts steht die Ent­wick­lung eines digi­ta­len Pro­zess­zwil­lings. Die­ser soll es ermög­li­chen, bereits in den ers­ten Sekun­den­bruch­tei­len eines Spritz­gieß­pro­zes­ses Aus­sa­gen über:

  • die Bau­teil­qua­li­tät
  • die Pro­zess­sta­bi­li­tät
  • den Ener­gie­be­darf

zu tref­fen – und damit Pro­zes­se früh­zei­tig zu bewer­ten und gezielt zu opti­mie­ren.

Die Grund­la­ge bil­det klas­si­sche Inge­nieurs­ar­beit, ergänzt durch daten­ba­sier­te Metho­den und Künst­li­che Intel­li­genz dort, wo sie ech­ten Mehr­wert schafft.


Technologische Basis

Für das Pro­jekt wur­de ein spe­zi­ell ent­wi­ckel­tes Ver­suchs­werk­zeug ein­ge­setzt, das mit exter­ner Sen­so­rik aus­ge­stat­tet ist und hoch­auf­lö­sen­de Pro­zess­da­ten lie­fert.

Zum Ein­satz kom­men unter ande­rem:

  • Echt­zeit­mes­sun­gen von Druck- und Tem­pe­ra­tur­ver­läu­fen
  • Ana­ly­se des Schmelz­ver­laufs im Füll­pro­zess
  • Sys­te­ma­ti­sche Ver­suchs­pla­nung (Design of Expe­ri­ments, DoE)
  • Eine ein­heit­li­che Ver­suchs­ma­trix zur Sicher­stel­lung einer belast­ba­ren Daten­ba­sis

Die­se struk­tu­rier­te Daten­er­fas­sung ermög­licht eine fun­dier­te Aus­wer­tung und bil­det die Grund­la­ge für die Ent­wick­lung des digi­ta­len Pro­zess­mo­dells.


Fokus: Rezyklate und Prozessrobustheit

Ein zen­tra­ler Bestand­teil des Pro­jekts ist die Ver­ar­bei­tung von Rezy­kla­ten mit hohen Mate­ri­al­an­tei­len.

Da die­se Mate­ria­li­en natur­ge­mäß stär­ke­ren Schwan­kun­gen unter­lie­gen, stel­len sie beson­de­re Anfor­de­run­gen an die Pro­zess­füh­rung. Die bis­he­ri­gen Ver­su­che zei­gen jedoch:

Durch eine geziel­te Aus­wer­tung der Pro­zess­da­ten kön­nen auch bei vari­ie­ren­der Mate­ri­al­qua­li­tät sta­bi­le und repro­du­zier­ba­re Ergeb­nis­se erzielt wer­den.

Damit leis­tet das Pro­jekt einen wich­ti­gen Bei­trag zur nach­hal­ti­gen Kunst­stoff­ver­ar­bei­tung.


Mehrwert für die Produktion

Aus den ent­wi­ckel­ten Ansät­zen erge­ben sich kon­kre­te Vor­tei­le für die indus­tri­el­le Pra­xis:

  • Früh­erken­nung von Qua­li­täts­ab­wei­chun­gen
    statt nach­ge­la­ger­ter Prü­fung
  • Redu­zier­ter Ener­gie­ein­satz
    durch opti­mier­te Pro­zess­füh­rung
  • Kür­ze­re Zyklus­zei­ten
    bei gleich­blei­ben­der oder ver­bes­ser­ter Qua­li­tät
  • Robus­te­re Pro­zes­se
    auch bei schwan­ken­den Mate­ri­al­ei­gen­schaf­ten
  • Weni­ger Aus­schuss und höhe­re Effi­zi­enz

Zusammenarbeit im Projektverbund

Das Pro­jekt wird in enger Zusam­men­ar­beit mit star­ken Part­nern umge­setzt:

  • Ernst-Abbe-Hoch­schu­le Jena
  • Batix
  • Wil­helm Pla­s­tic
  • Fraun­ho­fer IKTS
  • FKT For­men­bau und Kunst­stoff­tech­nik Trip­tis

Beim Pro­jekt­tref­fen bei KOMOS in Bür­gel wur­den unter ande­rem Ver­su­che mit unter­schied­li­chen Rezy­klat­an­tei­len durch­ge­führt sowie eine gemein­sa­me Ver­suchs­ma­trix abge­stimmt – als Grund­la­ge für eine opti­ma­le Daten­aus­wer­tung.


Perspektive

With Spritz­guss Digi­tal ver­folgt KOMOS eine kla­re Rich­tung: Eine Pro­duk­ti­on, die Pro­zes­se ver­steht, bewer­tet und per­spek­ti­visch selbst opti­miert.

Daten­ba­sier­te Ent­schei­dun­gen, res­sour­cen­scho­nen­de Pro­zes­se und sta­bi­le Qua­li­tät bil­den dabei die Grund­la­ge für eine zukunfts­fä­hi­ge indus­tri­el­le Fer­ti­gung.